Künstlerische Intervention

Straßenraum
50 Meter Installation

Berliner Wohnstraße ohne Durchgangsverkehr

Menschen wohnen hier

Die künstlerische Intervention in einer Berliner Wohnstraße ist raumgreifend und nimmt das gesamte direkte Blickfeld auf einer Länge von 50 Metern ein. Das ist, was die Menschen, die hier wohnen, täglich sehen, mit dem Twist einer künstlerischen Verfremdung. 

Autonomes Stehen kreiert bewusst eine Irritation durch die Auswahl der arrangierten PKW. Vier PKW nehmen die Betrachtenden mit in die 1980er Jahre, vier PKW lassen uns im Heute. Erleben Sie den Unterschied im Gang längs der geparkten PKW! 

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite werden für Autonomes Stehen zudem 25 Meter frei gehalten von parkenden PKW. Ein zusätzlicher Blick auf eine Wohnstraße ohne PKW und zusätzlicher Raum, um die Installation der parkenden PKW in Ruhe aus allen Blickrichtungen gut betrachten zu können. 
 

Veränderung
2026  -  1986

Gegenüberstellung von heute und gestern

Schleichende Raumnahme

Nicht die Straßen, nicht die Gebäude haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert, sondern die PKW, die in diesen Straßen vor diesen Gebäuden täglich parken. 

Aber die PKW haben sich nicht auf einen Schlag verändert, sondern sind schleichend mit jedem Modellwechsel und deswegen fast unbemerkt immer größer geworden. In den letzten Jahren sind zudem vermehrt getönte Scheiben hinzugekommen, die die Sicht durch die PKW verhindern und als schwarze Sichtblenden fest das Straßenbild prägen. Über die Jahrzehnte erleben wir wie mit einem "boiling frog syndrome", dass wir die Raumnahme - weil schleichend - nicht bewusst als Raumverlust wahrnehmen.  

Autonomes Stehen macht diese Veränderung sichtbar! PKW aus den 1980er Jahren stehen neben PKW von heute. Das "schleichend" wird aufgehoben, der Schlag der Veränderung springt ins Auge. 

Zeit / Tag
23 Stunden

Stetige private Besetzung des öffentlichen Raums

Stehzeug nicht Fahrzeug

Im Juni 2022 hat der damalige Vorstandsvorsitzende von VW, Herbert Diess, das Problem für seinen Automobilkonzern bereits in seiner Key Note auf einer Konferenz öffentlich benannt: "Today a car is only used an hour per day. So 96% idle time." 

Während für den studierten Maschinenbauer in seiner Rede die hohe "idle time" den weiteren Absatz von PKW behinderte,  bedeutet die geringe tägliche Nutzungsdauer dauerhaftes Stehen auf oftmals öffentlichem Straßenland. Eine Frage des Blickwinkels: Nenn es nicht 23 Stunden Parken, nenn es 96% Leerlaufzeit!

Autonomes Stehen greift mit der künstlerischen Intervention auch diesen Aspekt unseres non-mobilen Lebens auf und stellt die Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung des öffentlichen Raumes zur Diskussion.
 
 

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